Exoten im Aufwind: Wertschöpfungschancen für landwirtschaftliche Betriebe
Shownotes
Das Klima wandelt sich und mit ihm auch die Chancen für die Landwirtschaft. Steigende Temperaturen eröffnen neue Möglichkeiten für bislang wenig verbreitete Kulturen in Österreichs Landwirtschaft. Exoten wie Ingwer, Feige, Kiwi, Physalis oder Artischocken rücken in den Fokus und bieten Potenzial für zusätzliche Wertschöpfung auf bäuerlichen Betrieben.
Doris Lengauer, Leiterin des Referats Pflanzengesundheit und Spezialkulturen in der Versuchsstation Wies (Steiermark), spricht in der 18. Episode des Farm Up Talk-Podcasts gemeinsam mit Innovationsberater Peter Stachel über den Anbau, die Bedeutung und die Chancen von exotischen Kulturen für landwirtschaftliche Betriebe in Österreich.
Hören Sie rein und lassen Sie sich inspirieren!
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Transkript anzeigen
00:00:00: Herzlich willkommen zum achtzehnten Farm-Up Talk, der Podcast von Mein Hof Mein Weg als Inspiration für die Farm-up Szene in Österreich.
00:00:08: Wir beschäftigen uns hier im Podcast mit Themen, die die zukünftige Land und Forstwirtschaft betreffen.
00:00:14: Mein Name ist Peter Stachel.
00:00:15: ich bin Innovationsberater für die Landwirtschaftskammer Steiermark und wir reden heute über das Thema exotische Kulturen und über die Wertschöpfungschancen.
00:00:26: Meine heutige Interviewpartnerin ist eine ausgewiesene Expertin für unseren heutigen Schwerpunkt, nämlich diplomischer Doris Lengauer.
00:00:35: Ganz kurz vorgestellt seit über zwanzig Jahren leitet Doris Langauer die Versuchstation für Spezialkulturen in Wies in der Südweststeuermark.
00:00:44: als Agrarwissenschaftlerin erforscht sie dort praxisnah wie Gemüse, Zier- und Arzneifflanzen dem Klimawandel kratzen können.
00:00:52: Und sie teilt ihr Wissen regelmäßig als Referentin in diversen Institutionen.
00:00:57: Herzlich willkommen Doris Lengauer!
00:00:59: Hallo, danke für die Einladung.
00:01:00: Danke dass du da bist.
00:01:02: Doris wir legen gleich los das Einstiegsfrage zu der Versuchstation für Spezialkulturen in Wies.
00:01:09: Wie würdest Du einen bäuerlichen Betrieb in sage mal drei Sätzen erklären wofür die Versuchstation steht?
00:01:16: Ja, also wir machen seit sechzig Jahren praxisorientierte Versuchsarbeit bei Gemüse, bei Kräutern und Bezirpflanzen.
00:01:23: Dazu gehören Prüfungen bestehender Sorten, Testung Neukulturen, Versuche zur Produktionstechnik aber auch zu neuen Schädlingen- und Anbaussysteme.
00:01:32: Und wir betreiben auch eine Genbank um alte Saatgut zu bewahren.
00:01:37: Jetzt haben wir den Begriff Spezialkulturen schon öfter gehört.
00:01:40: Wir haben das im Titel mit exotische Kulturen definiert.
00:01:45: Was ist eigentlich eine Spezialkultur?
00:01:48: Wie könnte deine Abgrenzung eigentlich ausschauen?
00:01:51: Ja, eine Spezialkultur ist eine Pflanzenart oder Kultur die spezielle Ansprüche an Klima und Boden an Standort hat.
00:02:00: Diese Pflanzen sind oft arbeits- und kapitalintensiv, es steckt sehr viel Handarbeiter hinter.
00:02:06: Oft braucht's auch geschützten Anbau oder besondere Bewässerungssysteme damit derartige Pflanzenarten gut gedeihen
00:02:15: können.".
00:02:16: Jetzt bekannt man ja in der landwirtschaftlichen Branche mit dass sich immer mehr Bäuerinnen und Bauern für Spezialkulturen, für Exotisches interessieren.
00:02:26: und da die Ohren spitzen woran?
00:02:30: Kann das liegen?
00:02:31: Warum ist das so?
00:02:33: Nischen bedeutet immer wieder neue Absatzmöglichkeit.
00:02:37: Und natürlich haben auch neue Bedingungen, gerade im Sommer die schwieriger machen für altbewerbte Kulturen wie zum Beispiel die Käferbohne oder Salate und einfach Chancen für neue tropische subtropische Pflanzen bieten.
00:02:51: Was könnte hier der Haupttreiber sein als deine Erfahrung?
00:02:54: was bekommst du da mit in Wies beziehungsweise in der restlichen Branche?
00:03:00: Naja, dass die herkömmlichen Sorten schwierig zu kultivieren sind und das da einfach auch die Betriebe auf der Suche nach neuen Kulturen sehen um die Absatzwege breiterzumachen.
00:03:10: Um einfach erfolgreich weiter produzieren zu können und auch um am Zahn der Zeit zu sein und um Trends zu setzen zum Beispiel auch.
00:03:18: Und man einfach weiter aufgestellt zu
00:03:20: sein?
00:03:21: Diversität ist immer so ein großer Begriff auch natürlich.
00:03:24: Welche exotischen oder weniger verbreiteten Gemüsekulturen beobachtest du in Österreich?
00:03:30: Was tut sich da jetzt gerade am Markt, oder in der Szene wenn man so will?
00:03:35: Ja also die letzten Jahre war zum Beispiel die Süßkartoffel stark im Kommen und auch die Minivassamelone aber auch Kulturen wie die Edamame das sind die grüne Sojabone, grün geerntete Sojabbone um jetzt nur einige zu nennen.
00:03:51: Und welche haben die da positiv überrascht, wo du sagst wow das geht jetzt super einfach mit dem?
00:03:55: Eigentlich alle, alle die ich da genannt habe.
00:03:58: Ja
00:03:59: okay
00:04:00: und anders gefragt, welche Kulturen haben wir vielleicht am ersten Blick spannend ausgeschaut?
00:04:06: Das ist super das geht sicher sehr einfach und haben sich dann aber als es sehr schwierig oder schwieriger oder komplizierter Haus gestellt, kann man das so sagen?
00:04:13: Ja da fällt mir schon eine Kultur ein.
00:04:15: Also wir haben vor einigen Jahren Versuche mit Sesam gemacht.
00:04:19: Da war zuerst einmal gar nicht so schwierig an Saatgut zu kommen.
00:04:22: wie oft ist das schon einmal der erste... Eng bass, wenn man mit einer neuen Kultur beginnt.
00:04:27: Wo kriegt man überhaupt Ausgangsmaterial für die Versuche her?
00:04:30: Sesam hat gut funktioniert, weil es einfach eine Pflanze ist, die sonst in sehr heißen Gegenden angebaut wird.
00:04:37: Allerdings haben wir dann nicht mit bedacht dass Sesam ein Allergen ist und das natürlich für die Verarbeitung am Betrieb.
00:04:45: Und das fängt an beim Ernten, beim Dreschen.
00:04:48: große Probleme bereiten kann einfach.
00:04:51: Du bist ja schon bei meiner nächsten Frage.
00:04:53: aber also wenn ich jetzt Als Landwirt, als Landwürttin mich entscheiden müsste für das oder das gibt es da so grob Entscheidungsgedärien ob eine neue Kultur für österreichische Betriebe oder für einen Betrieb interessant sein könnte also was zum Beispiel die Kulturwahlen Standort Ertragssicherheit Absatz oder so endlich betrifft.
00:05:15: Naja wie in der Versuchstation beurteilen einmal in erster Linie die Anzucht?
00:05:18: Die Kulturführung auftretende Krankheiten?
00:05:21: Wie schaut's aus mit den Ertragen?
00:05:23: Und für die Betriebe ist es außerdem auch wichtig, wie sie den neuen Kulturen absetzen können.
00:05:29: Also das ist natürlich für direkt vermarktende Betrieber in der Regel viel einfacher als für Produzenten, die für den Lebensmittel-Einzelhandel anbauen und dort oft in direkter Konkurrenz mit der importierten Ware stehen.
00:05:42: Wenn wir schon nicht das Thema Vermarktung ansprechen gibt's da vielleicht Kulturens wo du sagst okay was ist aufgelegt für das Thema Direktvermarktungen?
00:05:51: Für diesen Vermarktungsweg?
00:05:53: Gibt es dann aber auch, wo man den Handel mit einbeziehen sollte?
00:05:57: Oder die Gastronomie.
00:05:59: Ja das hängt immer davon ab wie sensibel das Produkt ist dass ich produziere.
00:06:03: Also Produkte die nicht sehr lange haltbar sind sind halt eher für die Direktvermarktung gedacht oder für eine Weiterverarbeitung und Produkte, die gut haltbar sein, die sind halt er für den Handeln gedacht.
00:06:14: Und wenn wir das Thema Gastronomie jetzt auch angesprochen haben.
00:06:16: kann Gastronomy ein gutes Glittplatz sein oder ein guter Hebel sein um Neukulturen neue Gemüsesorten an die Konsumentinnen und Konsumenten zu bringen.
00:06:28: Ja, die Gastronomie kann da durchaus ein Hevel sein.
00:06:31: aber ganz ehrlich müssen wir uns auch fragen wie viele Leute gehen noch regelmäßig ins Gasthaus?
00:06:35: Und dann kommt es auch ganz drauf an wo das Gasthuis ist.
00:06:39: also wir haben ja in der Versuchstation einen Hofladen dabei wo wir unsere Produkte auch oft innovative Produkte verkaufen und haben da auch den Kontakt aufgenommen zur einheimischen Gastronomieszene.
00:06:54: Da sind die Gastronomen selber oft wirklich Feuer und Flamme, und möchten das an den Mann bringen – an die Frau bringen!
00:07:01: Und dann ist aber leider Gottes sehr oft die Erfahrung dass die Konsumenten, die Gäste dort in unseren Einheimischen Gasthäusern doch eher auf traditionelle Speisen setzen und nicht so aufgeschlossen sind für Neues.
00:07:13: Ich glaube, dass das in einer Stadt, in einem Szene-Lokal, im Trendigen oder eben auch in der Spitzengastronomie – wo jetzt nicht unbedingt die Einheimischen hingehen Essen einfacher ist.
00:07:25: Dann ist es durchaus ein Weg und das ist auch ein guter Weg für den Absatz als Kooperation für die Produzenten.
00:07:34: Sprich man muss sich seine Gastronomie gut auswählen ob da jemand aufspringt und das auch weiter transportiert?
00:07:42: Das klingt für mich ein bisschen nach Storytelling, nach Erklärungsbedarf bei neuen Kulturen.
00:07:48: Was sagt deine Erfahrung dazu?
00:07:49: Unbedingt!
00:07:50: Das braucht es unbedingt.
00:07:51: also wir haben ja wie gesagt den Hofladen dabei und wenn wir neues Gemüse oder neue Produkte dort anbieten dann haben wir immer auch eine Geschichte zur Pflanze.
00:08:02: Wir haben Kostproben für die Konsumenten Und meistens auch Rezepte damit sie wissen was da mit machen können und was alles möglich ist.
00:08:12: Die Verarbeitung, siehst du das bei neuen Kulturen?
00:08:16: Dass die Rohwade schon erreicht um sich gut zu vermarkten können?
00:08:20: oder welche Rolle spielt die Veredelung in dem man sagt man macht Säfte und man macht Chattneys Gewürzmischungen usw.
00:08:29: Ich würde das nicht ausschließen.
00:08:31: In einem ersten Schritt ist natürlich super wenn man die Rohwei an den Konsumenten bekommt aber meistens hat man auch Zeiten wo man Überschüsse hat von der Ware oder wo es sich um Produkte handelt, die nicht zu lange erhaltbar sind wie das zum Beispiel beim Ingwer und beim Kokoma der Fall ist.
00:08:46: Da ist es ganz wichtig dass man dann auch Produkt daraus entwickelt und danach in der Regel mehr Wertschöpfung erzielt dadurch.
00:08:54: Ich würde gerne ganz kurz auf das Thema Klima Standort Auswahl bzw.
00:09:01: wirtschaftliches Risiko auch ganz kurz gehen, und zwar wie verändert der Klimawandel aus deiner Sicht die Anbaueignung für Spezialkulturen in Österreich?
00:09:09: Also jetzt können wir jetzt sagen insbesondere mal im Süden und im Osten wo es herheißer wird aber auch für Regionen denen vielleicht die Temperaturanstieg zugutekommt.
00:09:22: Ja das lässt sich so pauschal nicht beurteilen.
00:09:25: Aber es ist natürlich schon so dass im Süd Die Tage, wo es sehr heiß ist mehr werden.
00:09:31: Das ist ja auch der Grund weshalb der Anbau von Käferbohnen mehr in den Norden rückt.
00:09:36: Es ist natürlich auch eine Chance für neue Kulturen die genau diese heißen Bedingungen brauchen.
00:09:41: Rundsätzlich haben Kultur mit höheren Temperaturensprüchen dort Potenzial, wo der Klimawandel natürlich ganz deutlich spürbar ist.
00:09:49: Jedoch haben wir aufgrund des Klimawandels vermehrt auch mit Wetterkapriolen zu kämpfen.
00:09:54: Starkrennen, Hagel... Um weiter Gefahr, da bleiben auch die Spezialkulturen, die sich dort vielleicht mehr wohlfühlen, nicht davon ausgenommen.
00:10:03: Deshalb denke ich, dass neue Kulturen alleine nicht ausreichen werden und das gehören nach Produktionssysteme geändert.
00:10:10: Das fängt beim Boden an.
00:10:11: Humusanteilsteigern, Bodenverdichtungen vermeiden, schonende Bodenbearbeitung, Bodenbeteckungen verwenden wie Mulch oder neue Anbaussysteme wie Agroforst Und natürlich gehören auch angepasste Bewässerungssysteme und dergleichen dazu.
00:10:27: Genau, du bringst mich auf die nächste Frage nämlich Wasser, die Ressource.
00:10:30: Wasser ein ganz ganz wichtiges Gut bekommt man in den Medien natürlich mit dass das uns eine Herausforderung sein wird die gekommen ist.
00:10:38: um zu bleiben Welche Rolle spielt hier die Wasserverfügbarkeit?
00:10:41: oder wie kann man eine Strategie was bei Wesserung betrifft?
00:10:46: Wie kann man sich da herantasten beim neuen Kulturen.
00:10:49: Naja Dass die Kulturen, wenn sie frisch angebaut sind, gut versorgt werden müssen mit Wasser ist klar.
00:10:55: Aber wie schon gesagt kann da ein Anbausystem, das zum Beispiel mit Bodenbeteckung arbeitet, extrem wasserschonend sein und den... Wasserbedarf reduzieren oder eine Bewässerung, die in Form von Tröpfchenbewässerungen oder vielleicht sogar unter Flur verlegt ist.
00:11:11: Ist da auch viel effizienter und wir werden noch in Zukunft Wasser sammeln wenn ein Regenereignis stattfindet damit man dann einfacher Depot haben es ist ja die falsche Regenverteilung und weniger die regen Menge dem Jahr so zusammenkommt.
00:11:24: Wenn wir jetzt das Wassertema wieder verlassen und eher zum Thema Schadräger kommen also welche Schädlinge bringt uns auch die höhere Temperatur der Klimawandel.
00:11:36: Was sind da hier deine Erfahrungen, was sind hier die Herausforderungen bei Spezialkulturen?
00:11:41: Ja nicht nur bei Spezialkulturen.
00:11:43: also man sieht natürlich dass immer wieder neue Schädlinge auftreten und auch da gibt es immer wieder Versuche bei uns in der Versuchstation.
00:11:52: aktuell ist das die grüne Reiswandzeit die uns da ziemlich zu Schaffen macht aber nicht nur im Gemüsebereich, sondern auch im Ackerkulturen.
00:11:59: rupsbar weinbar ist das ein Schädling der auch gekommen ist um zu bleiben und es dauert halt immer eine gewisse Zeit bis das natürliche Gleichgewicht sich wieder eingestellt hat.
00:12:09: Bis wieder die entsprechenden Gegenspieler vorhanden sind.
00:12:12: Aber grundsätzlich ist bei Kulturen, die in der Regel noch nicht so großflächig angebaut worden sind.
00:12:18: Die Anfälligkeit?
00:12:20: Nicht so groß!
00:12:24: Krankheiten gibt wiederum.
00:12:25: Gibt es oft Pflanzenschutzmittel, die halt keine Zulassung für diese neuen Kulturen haben?
00:12:29: Also das ist immer ein bisschen
00:12:33: eine Herausforderung.
00:12:33: Ich habe jetzt vor als Betrieb gesagt okay, passt, interessiert mich.
00:12:38: ich möchte breiter denken in meinem Geschäftsmodell mit meinen Ressourcen auf dem Bauernhof.
00:12:45: wie groß vom Gefühl her... Wie fange ich an?
00:12:48: Wie kann ich mich an das Thema herantasten wenn man sie mal so formuliert?
00:12:51: oder Gibt es eine Mindestgröße, wo man sagt, fangen wir mal so an mit der Größe und der Fläche.
00:12:58: Und nähere dich dem Thema.
00:13:00: gibt's hier Voraussetzungen, wo du sagst die müssen mindestens gegeben sein damit man ganz gut starten kann?
00:13:07: Ja also wenn man jetzt schon eine Kultur im Auge hat dann weiß man ja schon ungefähr welcher Standortansprüche welche Bodenansprüchen welche Klimaansprücher die die Kultur hat.
00:13:17: Es gibt meistens auch Literatur dazu.
00:13:20: Wenn ich kann, dann auch bei uns sehr viel Info bekommen.
00:13:23: Und wenn ich das Fachwissen habe, dann würde ich empfehlen, dass sich wirklich einmal auf einer kleinen Fläche, ich sage mal so mit hundert Quadratmeter beginnen um mit der Kulturbekanntschaft zu machen
00:13:34: ob
00:13:34: die Kultur überhaupt zu mir dazu passt.
00:13:36: und auch natürlich großes Thema, dass der Absatz schon bevor ich anfange geklärt ist, dass ich mir dazu schon Überlegungen gemacht hab wie ... dann mit dem Ernte gut umgehen.
00:13:47: Sprech, dass das Geschäftsmodell auch fixiert ist... ...dass man weiß.
00:13:49: okay ich produziere etwas und es gibt einen Markt dafür oder einen Abnehmer.
00:13:54: Eine Frage zum Thema Herausforderungen im bedieblichen Alltag.
00:13:57: also was könnten hier Stolpersteine sein für Betriebe?
00:14:01: Für Bäuerinnen und Bauern die mit vollen Engagement hineingehen und sagen Basta probiere ich aus mach' ich!
00:14:06: Was wird oft übersehen?
00:14:08: wo sind hier teilweise so kleine Hürden die dir zurück gemeldet werden?
00:14:13: Es muss ihnen bewusst sein, wenn man eine Nischenkultur anbaut.
00:14:16: Das es sich da um ganz neue Kulturen zum Beispiel handelt, wo die Erfahrung und auch der Austausch mit Gleichgesinnten fehlt quasi Bionierarbeit, die ich leisten muss und wo halt auch mal Fehler passieren und ich einfach die Fehler hernehmen kann, um daraus zu lernen.
00:14:33: Erinnert mich ein bisschen an das Thema Maggaetonerei, wo Pioniere in Vorarbeit gegangen sind und sie sich dann auch vernetzen?
00:14:40: und dadurch auch einen Austausch stattfindet.
00:14:43: Könnte man hier eventuell, wenn man merkt okay es gibt mehrere die das anbauen dass man die auch vernetzt also in Kooperation geht und den Wissensatz... Das
00:14:49: passiert dann meistens auch genau so, dass einer anfängt, der anderen wird neugierig und dann wächst das mit der Zeit?
00:14:55: Genau!
00:14:56: Das Thema Marktchancen, Konsumentinnen wie offenschätzt du uns wir sind ja auch KonsumentInnen schlussendlich ein.
00:15:03: was neue Gemüsekulturen in Österreich betrifft
00:15:06: Ja, also wie überall gibt es auch beim Gemüse oder bei den Kräutern Trends?
00:15:11: Ich finde hier ließe sich meiner Meinung nach noch mehr über Gesundheit spielen.
00:15:16: Gerade was Obst und Gemüses angeht, also man weiß ja Stichwort Grüne Hausapotheke oder IS Bund dafür braucht's halt die passende Kommunikation und Werbung.
00:15:26: Wir betreiben in der Versuchstation auch einen Hofladen, das habe ich vorhin schon erwähnt wo unser ausgewertetes Gemüser verkauft wird und neues wird dort oft zum Kosten angeboten oder Informationen zur Pflanze gegeben und auch mit entsprechenden Rezeptvorschlägen eben versehen.
00:15:42: Und unsere Kunden sind durchaus neugierig und bereit einmal etwas Neues auszuprobieren, aber ich glaube das ist auch da der direkte Kundenkontakt von Vorteiles, sprich dass die Direktvermagde sich da leichter tun.
00:15:55: Das ist das eineseits, ihr mit eurem Direktvermarktungs-Laden oder Hofladen ein gutes Vorbild wie man es machen kann.
00:16:00: Mit Rezepten geschmacklich kann man's vor Ort kosten und so weiter.
00:16:04: Natürlich kann man da auch die sozialen Medien miteinbauen und neue Dinge dort vorstellen.
00:16:10: also dass is auch ein Weg den wir gehen können
00:16:13: Wenn wir noch im Vertrieb und in Marketing bleiben.
00:16:16: was braucht es?
00:16:17: Also wie bringe ich als Betrieb einen neuen Kultur am besten an meine Kundinnen und Kunden?
00:16:23: Ja es ist der Storytelling
00:16:25: Ein deuter Geschichten erzählen.
00:16:26: Das
00:16:26: Geschichten erzählen, das Kosten lassen und eben die Ideen für die Anwendung.
00:16:30: Das sind die drei
00:16:33: Kernthemen.
00:16:34: Die man machen muss... Das Werkzeug
00:16:36: was es braucht einfach um neue Kulturen an den Mann, an die Frau zu bekommen.
00:16:40: Sprich nur zu produzieren wird hierzu wenig sein.
00:16:43: Auf aller Stelle.
00:16:45: Ich möchte noch auf dem Punkt, Umsetzung am Batterie aus praktischer Sicht etwas beleuchten.
00:16:51: Und zwar wie sollte aus deiner Sicht so ein erstes Jahr aussehen?
00:16:56: Also wenn ich sage ich möchte heuer oder nächstes Jahr beginnen damit was wären die ersten Meilensteine die vielleicht im Ersten Jahr machen sollte?
00:17:04: Die Basisarbeit vielleicht oder was sind
00:17:07: sie?
00:17:08: Ja ich denke es sollte optimale Standort ausgewählt werden Die Arbeitsschritte alle mitdokumentiert, die Erntemengen und auch die Absatzmöglichkeiten.
00:17:17: Damit ich einfach einen Überblick habe wo happert's?
00:17:20: Wo braucht es noch was?
00:17:21: Wo muss ich nachschaffen?
00:17:22: Wo müssen sich noch Lösungen finden?
00:17:24: Sei es jetzt für die Ungradregulierung beispielsweise oder für den Pflanzenschutz?
00:17:30: Und wie sieht es hier aus betriebswirtschaftliches Sicht aus?
00:17:33: also sprich was was die Kosten betrifft.
00:17:36: hin und wieder hört man dass man händische Arbeitsschritte übersieht, das die dann doch länger dauern und mit mehr Zeit in Anspruch nehmen.
00:17:43: Was ist hier deine Erfahrung?
00:17:45: Es ist ganz oft so, dass neue Kulturen sehr viel Handarbeit benötigen.
00:17:49: also ich denke jetzt auch beispielsweise an den Kräuteranbau.
00:17:52: es ist recht kleinflächig und braucht einfach sehr viel handarbeit und das wird dann von sehr vielen auch oft unterschätzt wie viele Stunden das das wirklich braucht.
00:18:02: und meistens fangen die Leute mit großem Engagement und Euphorie an.
00:18:08: Und unterschätzen dann, wie viele Stunden sie wirklich in der Kultur verbringen?
00:18:12: Dass sich das am Ende des Tages nicht ganz ausgeht ist irgendwo noch klar.
00:18:16: Können hier Kooperationen helfen einerseits was das Teil von Arbeitsleistungen betrifft zwischen dem Bitterleben oder aber auch in der Verarbeitung oder in der weiteren Vermarktung Richtung Gastronomie?
00:18:28: kann hier das gut sein dass man sagt okay wir machen in Kooperation Wir arbeiten hier zusammen.
00:18:34: Ja, ich glaube gemeinsam ist vieles einfacher.
00:18:37: Nur denke ich dass in der Praxis meistens halt einer beginnt und alle anderen ansteckt und der Anbau dadurch ausgedehnt wird.
00:18:44: aber gerade wenn auch Oft Maschinen fehlen für Sonischenkulturen ist das eine Möglichkeit, oft sind irgendwelche Bastler dabei.
00:18:52: Es werden Geräte entwickelt die dann das arbeiten einfacher machen und effizienter machen.
00:18:58: und Kooperation ist immer gut auch was die Vermarktung angeht oder wenn es da wirklich große Erntemengen gibt dass man sich bei der Verarbeitung zusammen tut.
00:19:09: Ich möchte jetzt ganz kurz zur Wolle der Versuchstation.
00:19:13: Ich habe es am Anfang schon ganz kurz angeteasert oder du hast ja auch beschrieben, wie können interessierte Betriebe die Versuchstation in Wies direkt nutzen?
00:19:23: Was kann hier ein Nutzen sein für mich als bäuerlicher Betrieb?
00:19:26: Wir veranstalten oft Veranstaltungen.
00:19:29: Einmal im Jahr gibt es auch so Versuchsbegehungen, die werden gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer mit dem Referatgartenbau organisiert.
00:19:37: Wo es wirklich durch die Anlage geht und die aktuellen Versuchsanstellungen besichtigt werden können.
00:19:42: Da gibt's aber auch Veranstaltungen wo das stattfindet.
00:19:46: Es gibt einen Versuchsbericht jedes Jahr Es gibt Vorträge die gehalten werden Und man kann ab acht Personen eine Führung durch die Versuchstation buchen Ist kostenlos und zu unseren Öffnungszeiten möglich.
00:20:00: Und das wird auch sehr gut in Anspruch genommen, natürlich kommen auch regelmäßig Anrufe herein mit Spezialfragen oder man kann noch vor Ort Beratungen in den Anspruch nehmen.
00:20:13: Jetzt ein Blick ein bisschen in die Glaskugel?
00:20:16: In Zukunft wenn du zehn Jahre mal als Hausnummer her nach vorne blickst welche Spezialkulturen oder Anbaussysteme könnten hier in Österreich strategisch relevant sein?
00:20:28: Was siehst du hier?
00:20:29: Wichtig ist, dass wir unsere Armbau-Systeme resilienter machen.
00:20:32: Damit die einfach mit den Wetterkapriolen besser zurechtkommen.
00:20:36: Ein Agroforst ist dafür vielleicht geeignet in Zukunft.
00:20:39: Wir haben im Oktober vierundzwanzig auch eine AgroForst Anlage bei uns angelegt mit drei Komma zwei Hektar wo wir in Zukunft wenn die Bäume groß genug sind Versuche mit Gemüse und Kräutern machen möchten, aber auch Anbau in Mulch oder Streifenanbau könnte hier eine Möglichkeit sein.
00:20:56: Und eben neue Kulturen die einfach mit den neuen Gegebenheiten besser zurechtkommen.
00:21:01: Konkrete
00:21:02: Beispiele vielleicht?
00:21:03: Ja also wir sind momentan in einem sehr spannenden Projekt.
00:21:06: das nennt sich exotisches Österreich wo wie ja die Kultur Grünte, Setscharmpfeffer, des manischen Pfeffers... Räubusch, Hannibusch.
00:21:15: Gemeinsam mit der Bergkräutergenossenschaft und mit vielen Biobetrieben in Oberösterreich erforschen und ertesten.
00:21:21: Und das wäre natürlich super wenn man da importierte Ware gegen einheimisch produzierte Austauschen könnte.
00:21:28: Wie sieht es jetzt mit Ananas aus?
00:21:30: An die habe ich noch nicht gedacht!
00:21:32: Also zehn Jahre noch zu früh?
00:21:34: Vielleicht.
00:21:37: Bleibt als abschließende Botschaft von deiner Seite was könntest du bitte wieben mitgeben die zwar neugierig auf neue Kulturen sind oder auch bereit dafür sind, aber noch etwas zögern.
00:21:48: Wie kann man da diese Zaghaftigkeit reduzieren?
00:21:52: Was könnte deine Botschaft von dir sein?
00:21:55: Ja wenn wir genug über die Kultur weiß dann darf man sich ruhig drüber dran neues auszuprobieren Wenn es zum Betrieb passt dann sowieso Tram bleiben und einfach mit dem Alleinstellungsmerkmal, den man vielleicht hat, punkten.
00:22:07: also da kann man sich schon toll abheben von der Masse
00:22:10: Sprich ein gesamtes Geschäftsmodell zu denken.
00:22:12: Genau
00:22:14: Tolles Schlusswort!
00:22:16: Liebe Doris Länger, herzlichen Dank.
00:22:17: Danke, dass du heute dabei warst und heute mitgemacht hast.
00:22:19: Danke für den spannenden Austausch.
00:22:21: Alles Gute für dich und noch viele spannende Projekte mit der Versuchstation Wies.
00:22:26: Danke schön.
00:22:28: Noch ein Hinweis auf unserer Webseite www.meinhof-meinweg.at kann man die Aufzeichnung des Webinars Ideenacker zum Thema exotische Kulturen aus Obst und Gemüse, Wertschöpfungschancen für landwirtschaftliche Betriebe in Österreich mit drei spannenden Referentinnen nachsehen.
00:22:45: Zusätzlich bietet die Webseiter eine Betriebstattenbank innovativer, landwirtschaftlicher Geschäftsmodelle den Newsletter Trendradar einen Ideencheck und die Kontaktliste der InnovationsberaterInnen in den Bundesländern.
00:22:57: Diese unterstützen beim finden und umsetzen von neuen betrieblichen Ideen.
00:23:01: Und begleiten bis hin zum Geschäftsmodell, also bitte uns sehr gerne kontaktieren!
00:23:06: So das war's.
00:23:07: wir verabschieden uns von der achzehnten Ausgabe des Farm-Up Talks.
00:23:10: Danke fürs dabei sein und bis zum nächsten Mal.
00:23:14: Dieses Podcast Format wird ermöglicht mit Unterstützung von Bund, Ländern und der Europäischen Union.
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